Montag, 9. März 2026

Erste Pläne für 2026/27

Die Metropolitan Opera in New York und die Semperoper in Dresden haben bereits ihre Pläne für die kommende Spielzeit bekannt gegeben. Die Ruhrtriennale wird ihr Programm für 2026 am 23. März bekanntgeben und am 12. April gibt es in der Wiener Staatsoper eine große Matinee zur kommenden Spielzeit. Auch aus Ulm und Koblenz wurden bereits Pläne für die kommende Spielzeit bekannt. Die drei Berliner Opernhäuser, in einer Stiftung vereinigt, werden alle »im Frühjahr« einzeln ihre neuen Pläne bekanntgeben. Von der Komischen Oper gibt es schon einen konkreten Termin, den 18. März.

Also ich kann bald damit anfangen, mir Gedanken für die »Zehlendorfer Operngespräche« im Herbst 2026 zu machen. Die Termine sind schon ausgesucht: 10 Termine vom 16. September bis zum 2. Dezember, Während der Schulferien im Oktober (also am 21. und 28.) ist Pause. Die Anmeldung ist noch nicht möglich, ein Termin wird hoffentlich bald bekannt gegeben. Sicher werden wir uns im Herbst vor allem mit den Berliner Spielplänen befassen, aber wenn es anderswo Interessantes zu entdecken gibt...

Die Semperoper beginnt am 4. Oktober mit Un ballo in maschera. Wer für die Staatsoper mit Netrebko jetzt keine Karte bekommen hat und doch die Oper in einer Neuproduktion sehen will: dort singen Nicole Car und Francesco Meli, Daniele Gatti dirigiert und die Inszenierung ist von Angela Denoke. Es folgt eine Studioproduktion (Semper Zwei) der Oper Die wunderbaren Jahre von Torsten Rasch nach der berühmten Novelle von Reiner Kunze. Danach kommt am 29. November Die lustige Witwe, eine Neuinszenierung von Dirk Schmeding mit Johannes Martin Kränzle als Danilo. Un ballo in maschera haben wir gerade besprochen – nicht dass ich schon alles zu der Oper gesagt hätte, aber ob wir uns wegen der Dresdner Neuproduktion noch einmal einen Abend lang damit befassen sollten, sei dahingestellt. Die lustige Witwe haben wir tatsächlich noch nie gehabt, das wäre also eine Option. In der zweiten Jahreshälfte kommt in Dresden The Greek Passion – haben wir letztes Jahr besprochen – und Leonora von Ferdinando Paër, was vielleicht Anlass werden könnte, uns nach vier Jahren noch einmal mit dem Fidelio-Stoff zu befassen. Die letzte Premiere in Dresden im Juni 2027 ist dann Rienzi, der letzte der Tribunen. Das ist nun über zwanzig Jahre her, dass wir in Zehlendorf darüber gesprochen haben, noch vor der Einrichtung dieses Blogs. Die Oper wird übrigens in diesem Sommer auch in Bayreuth gespielt. 

Fünf Neuproduktionen bietet die Metropolitan Opera in der nächsten Spielzeit: Macbeth (Giuseppe Verdi), Lincoln in the Bardo (Missy Mazzoli, Uraufführung, Auftragswerk), Jenůfa (eigentlich Její pastorkyňa, Leoš Janáček), La fanciulla del West (Giacomo Puccini) und Silent Night (Kevin Puts). Ich kann mir kaum vorstellen, dass in diesen Zeiten jemand Lust hat, nach New York zu reisen, aber es gibt ja seit 2006 die Met in HD im Kino. Da werden zwar nur drei von den Neuproduktionen übertragen, aber es gibt jeden Monat eine Übertragung, also noch acht andere Opern, die vielleicht interessant sein könnten. Zuerst feiern sie die 20 Jahre am 19. September mit einem Special Event. Und dann geht es los am 3. Oktober mit Così fan tutte. Die Inszenierung von Phelim McDermott wurde schon 2018 (in anderer Besetzung) übertragen. Am 17. Oktober kommt der neue Macbeth auf die Leinwände. Yannick Nézet-Séguin dirigiert, das kann spannend werden. Die Regisseurin Louisa Proske, geboren in Berlin, hat seit 2012 eine beachtliche Karriere auf zwei Kontinenten vorzuweisen. In New York hat sie eine eigene Operncompany gegründet, am Theater Halle war sie vier Jahre lang künstlerische Leiterin. Bei der Bard Summerscape Opera, die ich hier auch schon öfter erwähnt habe, hat sie Le roi Arthus von Ernest Chausson inszeniert. Lise Davidsen singt die Lady Macbeth. Im November wird ein Klassiker aus 2010 wiederholt, Carmen mit Elīna Garanča und Roberto Alagna. Am 5. Dezember wird Samson et Dalila von Camille Saint Saëns übertragen, Clay Hilley singt den Samson, Giacomo Sagripanti dirigiert, wie schon in der Premiere 2018. Im gleichen Monat gibt es die familiengerechte englische Kurzfassung der Zauberflöte, mit der die Kinoübertragungen überhaupt begonnen hatten. Möglicherweise aber nur in den englischsprachigen Ländern. Am 23. Januar die zweite Neuproduktion im Kino, La fanciulla del West. Keri-Lynn Wilson dirigiert, Sondra Radvanovsky ist Minnie und Altmeister Richard Jones inszeniert. Silent Night von Kevin Puts basiert auf dem Film Joyeux Noël von Christian Caron aus dem Jahr 2005. Die Oper war 2011 in St Paul, Minnesota, zur Uraufführung gekommen, wurde 2026 für Houston erweitert und kommt 2027 mit Starbesetzung (darunter ist Rolando Villazon angekündigt) nach New York. Es gibt eine CD-Aufnahme von der Uraufführung, Sie können also vorher hören, was für eine Musik Sie erwartet. Am 3. April gibt es Manon, eine Co-Produktion mit Covent Garden, Scala di Milano und Toulouse, die seit 2019 an der Met gezeigt wird – und damals schon in die Kinos übertragen wurde. Yves Abel wird vermutlich die Inszenierung von Laurent Pelly dirigieren (andere Quellen sagen TBA), Nadine Sierra und Matthew Polenzani werden singen. Sie können einzelne Schnipsel aus der Übertragung von 2019 bei YouTube finden, damals sang Lisette Oropesa. Der Otello, der am 24. April 2027 in die Kinos kommt, ist eine Produktion von 2015 von Bartlett Sher. Er wurde damals schon in den Kinos gezeigt und auf DVD gepresst, auch »on demand« ist die Aufführung auf der Homepage der Met noch verfügbar. Es dirigierte damals Yannick Nézet-Séguin und es sangen Sonya Yoncheva und Aleksars Antonenko. Die Kritiken waren zwar nicht berauschend, trotzdem darf man sich fragen, was jetzt der Mehrwert sein soll, wenn Michele Mariotti dirigiert und Ailyn Pérez und Brian Jadge singen. Im Mai versendet die Met wieder einen Klassiker an die Kinos, Tosca mit Lise Davidsen, Freddie De Tommaso und Quinn Kelsey in einer Inszenierung von David McVicar unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. Eine Aufzeichnung von 2024. Am 5. Juni 2027 findet die letzte jetzt angekündigte Übertragung statt, Parsifal. Auch dies eine über zehn Jahre alte Inszenierung, die es bereits auf DVD gibt. Dort dirigiert Daniele Gatti die Inszenierung von François Girard, es singen Katarina Dalayman, Jonas Kaufmann, René Pape und Peter Mattei. Der einzige, der nach 15 Jahren noch dabei ist, ist Peter Mattei als Amfortas, die anderen sind jetzt Piotr Beczała, Elīna Garanča und Jongmin Park, es dirigiert Yannick Nézet-Séguin. Das könnte interessant wrden, wenn man denn so viel Sitzfleisch hat, um in einem Kinosessel den ganzen Parsifal zu genießen.

Für das Teatro alla Scala beginnt die Spielzeit 2026/27 erst am 7. Dezember. Wie man hört, mit Otello von Verdi. Der kommende Musikchef Myung-Whun Chung hat das angekündigt. Zur Spielzeit 2025/26 gehört noch Faust am 20. Oktober, Co-Produktion mit Valencia, Regie Johannes Erath, Dirigent Daniele Rustioni. Die Hauptpartien singen Vittorio Grigolo, Marina Rebeka, und Alex Esposito.

In Ulm beginnt die Spielzeit 2026/27 mit La juive von Fromental Halévy, sicher ein Werk, das sich lohnt, näher zu betrachten, und in Koblenz inszeniert am Anfang der Spielzeit eine Absolventin des Regiestudiengangs der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin, Anja Nicklich. Das Werk haben wir vor nicht allzu langer Zeit in Betracht gezogen, Les contes d'Hoffmann von Jacques Offenbach.

Diese Woche pausieren die Zehlendorfer Operngespräche, nächste Woche geht es mit Olga Neuwirth weiter. 

Alles Gute, Ihr Curt A. Roesler 

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