Montag, 5. Januar 2026

Neues Jahr, neue Pläne

Ihnen allen wünsche ich ein schönes und erfolgreiches 2026. Noch knapp zehn Tage sind es, bis die Zehlendorfer Operngespräche weiter gehen. Wie angekündigt, wollen wir uns dann mit einem der bedeutendsten Librettisten der Operngeschichte befassen, mit Pietro Metastasio (1698–1782), und einer seiner ersten Opern, Didone abbandonata, die von mehr als sechzig Komponisten als Vorlage verwendet wurde. Im Moment bin ich dabei, von jedem seiner 28 Opernlibretti (»dramma per musica«) und 36 »Serenaten« (»Festa teatrale«, »Azione teatrale«, »Componimento drammatico« o. ä.) je wenigstens eine Tonaufnahme für mich zu besorgen. Bei den Serenaten wird mir das nicht gelingen, aber bei den Opern bin ich nahezu soweit. Nicht immer, oder besser gesagt eher selten gibt es eine Aufnahme der ersten Komposition, aber manchmal wenigstens einzelne Arien daraus, da viele Sängerinnen und Sänger in den letzten Jahren dem Wunsch nach immer Neuem mit ungewöhnlichen Ausgrabungen entgegengekommen sind, Cecilia Bartoli, Vivica Genaux, Valer Sebaldus, Philipp Jaroussky, Max Emanuel Cencic sind nur ein paar dieser Namen, wo man stöbern kann. Wenn man dabei dem Namen Farinelli folgt, ist man bald bei Metastasio, denn dieser hat den Text zu der »Festa teatrale« geschrieben, in der der Kastrat 1720 debütiert hat. Im Alter von 15 Jahren! Der Kastrat und nicht der Librettist und auch nicht der Komponist Nicola Porpora. Die drei haben bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts noch viel zusammen unternommen. Und sind aber auch eigene Wege geangen.

Angelica, L'Angelica oder auch Orlando ovvero L'Angelica ist der Titel dieses ersten Gemeinschaftswerks von Metastasio und Porpora für Farinelli, der zu verschiedenen Gelegenheiten verwendet wurde. Die Oper von Porpora – und um eine Oper handelt es sich bei einer »Festa teatrale« oder einer »Serenata« ebenso wie bei einem »Dramma per musica«. Der Stoff stammt, wie man unschwer erraten kann, aus dem Orlando furioso von Ariost. Der auffälligste Untersched zwischen den Gattungen ist, dass eine »Festa teatrale« in der Regel nur zwei Akte hat, während ein »Dramma per musica« (oder eine »Opera seria«) immer drei Akte hat. Trotz vieler Anleihen an der französischen Tragödie, wurden in der italinischen Form nie fünf Akte daraus. Die »Serenata« kann auch nur einen Akt haben und muss auch nicht unbedingt abendfüllend sein. 2021 wurde Angelica von Nicola Porpora in Martina Franca zur Aufführung gebracht. Davon wurde eine DVD herausgegeben, die Sie in der Naxos Video Library (zugänglich über voebb.de) sehen können. Diese Playlist führt zu der Tonaufnahme, die Werbung müssen können Sie einfach überspringen.

Zu der ersten Oper mit Farinelli kommen wir nächste Woche. Inzwischen wünsch ich Ihnen alles Gute, Ihr
Curt A. Roesler 

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