Montag, 4. Mai 2026

El Último Sueño de Frida y Diego

Am 14. Mai hat eine Oper der amerikanischen Komponistin Gabriela Lena Frank Premiere, die sich um die letzten Lebenstage der Malerin Frida Kahlo rankt. Die Komponistin wurde 1972 in Kalifornien geboren, sie ist buchstäblich eine Weltbürgerin, in drei Kontinenten hat sie ihre Wurzeln. Ihr Vater ist ein litauischer Jude, ihre Mutter eine Peruanerin chinesischer Abstammung. Sie studierte in Houston, Texas, und in Michigan. Der bedeutendste unter ihren Lehrern ist William Bolcom, über dessen McTeague wir hier sprechen werden, sobald irgendwo eine Aufführung geplant wird – derzeit sieht es allerdings nicht danach aus. In ihren Kompositionen spürt Frank häufig ihren lateinamerikanischen Wurzeln nach, so im Streichquartett Leyendas, hier gespielt vom Jasper String Quartet. 2012 schrieb sie für das Philadelphia Orchestra zum Amtsantritt von Yannick Nézet-Séguin ein Concertino Cusqueño, hier eine Aufnahme der Erstaufführung in Mexico. Yannick Nézet-Séguin, jetzt musikalischer Leiter der Metropolitan Opera dirigiert auch El último sueño de Frida y Diego. Ihre erste Oper wurde von mehreren amerikanischen Opernhäusern in Auftrag gegeben und seit 2022 u. a. in San Diego und San Francisco gespielt.

Die Oper beginnt am El Día de los Muertos 1957. Es ist die letzte große Totenfeier, die der Wandmaler Diego Rivera erlebt. Unter den Feiernden inmitten der überzuckerten Schädel, Kerzen und Blumen glaubt er seine längst verstorbene Geliebte zu sehen, Frida Kahlo. * Im Jenseits erklärt Catrina, die Hüterin der Toten, Frida, dass Diego sie dringend braucht, weil er nicht sterben kann, ohne sie. Für 24 Stunden können die beiden noch einmal inmitten der Gemälde ihre Leidenschaft ausleben.

Leider gibt es bisher keine Aufzeichnung der Oper, aber ein weiteres Orchesterwerk kann ich anbieten: hier spielt das National Youth Orchestra of the USA unter Leitung von Marin Alsop Apu: Tone Poem for Orchestra. Und hier ist die Einführung zu der Oper aus San Diego 2021. Und hier eine Vorschau des Öffentlichen Rundfunks mit Interviews mit den Autoren und Regisseurin der Oper.

Die Spielpläne 2026/27 füllen sich langsam, schauen Sie gern in meiner Zusammenstellung nach (in der rechten Leiste gibt es einen Link).

Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen, machen Sie es gut, Ihr Curt A. Roesler 

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